SNAP-Tarif erklärt - und warum sich Energiegemeinschaften trotzdem lohnen
- vor 5 Tagen
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Der neue SNAP-Tarif sorgt aktuell für viel Aufmerksamkeit und auch für Verwirrung. Viele stellen sich die Frage: Wenn Strom jetzt günstiger wird - brauche ich dann überhaupt noch eine Energiegemeinschaft?
Die kurze Antwort: Ja. Gerade jetzt lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Was ist der SNAP-Tarif?
Der sogenannte SNAP (Sommer-Niedrigpreis) Tarif betrifft nicht den Strompreis selbst, sondern die Netzentgelte (Arbeitspreis des Netzes).
Das bedeutet:
Reduktion der Netzgebühren pro kWh
Gültig nur von April bis September
Der eigentliche Strompreis (Energiepreis) bleibt unverändert.
Wichtig: Der Strom wird nicht direkt günstiger, sondern nur ein Teil der Gesamtkosten.
Wer profitiert überhaupt vom SNAP-Tarif?
Ein oft übersehener Punkt: Die Reduktion gilt nur für Haushalte und kleinere Betriebe (Netzebene 7). Das heißt:
Grössere Unternehmen profitieren nicht
Der Effekt ist auf eine bestimmte Kundengruppe beschränkt
Voraussetzung: Smart Meter & Viertelstundenwerte
Damit der Rabatt überhaupt greift, braucht es:
Einen Smart Meter im "Opt-in"-Modus
aktivierte 15-Minuten-Werte
💡 Vorteil für Mitglieder von Energiegemeinschaften:
Diese Voraussetzungen sind bereits erfüllt – die Viertelstundenwerte sind aktiv
Es muss nichts mehr umgestellt werden
Wie viel spart man wirklich?
Die tatsächliche Ersparnis hängt stark davon ab, wann und wie viel Strom verbraucht wird. Der günstige Zeitraum liegt zwischen 10 und 16 Uhr. Das bedeutet: Wer seinen Verbrauch aktiv in diese Zeit verschiebt, profitiert am meisten.
So nutzt du den SNAP-Tarif optimal:
Waschmaschine oder Geschirrspüler gezielt in der Zeit zwischen 10 und 16 Uhr starten oder programmieren
Wärmepumpe oder Warmwasserbereitung untertags laufen lassen
E-Auto mittags laden
Klimaanlagen oder größere Geräte bewusst zwischen 10 und 16 Uhr nutzen
Wer seinen Verbrauch aktiv steuert:
spart Kosten
entlastet gleichzeitig das Stromnetz

Die entscheidende Frage: Braucht es noch Energiegemeinschaften?
Gerade weil SNAP nur einen Teil der Kosten betrifft, wird klar: Energiegemeinschaften bleiben wirtschaftlich extrem relevant und besonders attraktiv.
1. Vorteil: Voraussetzungen für SNAP-Tarif bereits erfüllt
Wer Mitglied in einer Energiegemeinschaft ist, hat die "15-Minuten-Werte" und den "Opt-In" im seinem Smart Meter Portal bereits aktiviert und braucht sich um nichts mehr zu kümmern.
2. Vorteil: Besserer Energiepreis - nicht nur Nebenkosten
Während SNAP nur die Netzentgelte reduziert, beeinflussen Energiegemeinschaften den eigentlichen Strompreis (kWh) - oft mit günstigeren kWh-Preisen und direkter Einsparung beim grössten Kostenblock.
3. Vorteil: Netzkostenersparnis - ganzjährig und teilweise sogar höher!
Energiegemeinschaften bringen ebenfalls reduzierte Netzentgelte (bei lokalen und regionalen EEGs sogar höher als mit dem SNAP - 28% bei regionalen EEGs und 57% bei lokalen EEGs) - aber nicht nur im Sommer, sondern das ganze Jahr über. Du bekommst also einen ähnlichen Effekt wie beim SNAP - nur dauerhaft.
Auch Mitglieder von Bürgerenergiegemeinschaften profitieren vom SNAP-Tarif und den reduzierten Netzentgelten zwischen 10 und 16 Uhr (April - September)
4. Vorteil: Weniger Steuern & Abgaben
In Energiegemeinschaften können zusätzliche Abgaben reduziert sein - das führt zu geringeren Gesamtkosten, nicht nur punktuellen Einsparungen.
5. Vorteil: Planbarkeit statt Saisonalität
SNAP ist saisonal (April-September) und begrenzt in der Wirkung. Energiegemeinschaften sind langfristig angelegt - mit stabilen, planbaren Preisen. Gerade im Winter, wenn der Verbrauch steigt, macht das einen grossen Unterschied.
6. Vorteil: Regionale Energie statt Marktlogik
Strom wird regional erzeugt und innerhalb der Gemeinschaft genutzt - das bringt
mehr Unabhängigkeit vom Markt
mehr Transparenz
echte regionale Wertschöpfung.
Fazit: SNAP reduziert Kosten - Energiegemeinschaften verändern das System
Der SNAP-Tarif ist eine temporäre Entlastung bei Netzentgelten (und nur für bestimmte Gruppen). Energiegemeinschaften sind eine dauerhafte Lösung für günstigeren und stabileren Strom.
Kurz gesagt: SNAP = kurzfristiger Bonus, Energiegemeinschaft = langfristige Strategie.

Unser Tipp
Die beste Lösung ist kein Entweder-Oder: SNAP mitnehmen - aber auf Energiegemeinschaft setzen! Du profitierst kurzfristig von niedrigeren Netzentgelten und langfristig von besseren Gesamtstromkosten.
