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SNAP-Tarif erklärt - und warum sich Energiegemeinschaften trotzdem lohnen

  • vor 5 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Der neue SNAP-Tarif sorgt aktuell für viel Aufmerksamkeit und auch für Verwirrung. Viele stellen sich die Frage: Wenn Strom jetzt günstiger wird - brauche ich dann überhaupt noch eine Energiegemeinschaft?


Die kurze Antwort: Ja. Gerade jetzt lohnt es sich, genauer hinzuschauen.


Aufgeteilt Bild: Links "SNAP-Tarif" mit Uhr und Strommasten im Hintergrund, rechts Energiegemeinschaft mit Solar- und Windanlagen im Hintergrund.
SNAP Tarif vs. Energiegemeinschaft

Was ist der SNAP-Tarif?


Der sogenannte SNAP (Sommer-Niedrigpreis) Tarif betrifft nicht den Strompreis selbst, sondern die Netzentgelte (Arbeitspreis des Netzes).

Das bedeutet:

  • Reduktion der Netzgebühren pro kWh

  • Gültig nur von April bis September

  • Der eigentliche Strompreis (Energiepreis) bleibt unverändert.


Wichtig: Der Strom wird nicht direkt günstiger, sondern nur ein Teil der Gesamtkosten.


Wer profitiert überhaupt vom SNAP-Tarif?


Ein oft übersehener Punkt: Die Reduktion gilt nur für Haushalte und kleinere Betriebe (Netzebene 7). Das heißt:

  • Grössere Unternehmen profitieren nicht

  • Der Effekt ist auf eine bestimmte Kundengruppe beschränkt


Voraussetzung: Smart Meter & Viertelstundenwerte


Damit der Rabatt überhaupt greift, braucht es:

  • Einen Smart Meter im "Opt-in"-Modus

  • aktivierte 15-Minuten-Werte


💡 Vorteil für Mitglieder von Energiegemeinschaften:

  • Diese Voraussetzungen sind bereits erfüllt – die Viertelstundenwerte sind aktiv

  • Es muss nichts mehr umgestellt werden


Wie viel spart man wirklich?


Die tatsächliche Ersparnis hängt stark davon ab, wann und wie viel Strom verbraucht wird. Der günstige Zeitraum liegt zwischen 10 und 16 Uhr. Das bedeutet: Wer seinen Verbrauch aktiv in diese Zeit verschiebt, profitiert am meisten.


So nutzt du den SNAP-Tarif optimal:

  • Waschmaschine oder Geschirrspüler gezielt in der Zeit zwischen 10 und 16 Uhr starten oder programmieren

  • Wärmepumpe oder Warmwasserbereitung untertags laufen lassen

  • E-Auto mittags laden

  • Klimaanlagen oder größere Geräte bewusst zwischen 10 und 16 Uhr nutzen


Wer seinen Verbrauch aktiv steuert:

  • spart Kosten

  • entlastet gleichzeitig das Stromnetz


Waschmaschine mit Wäschekorb links, Geschirrspüler in moderner Küche, Wärmepumpe draußen, E-Auto wird geladen. Helle Farben, Alltagsszenen.
Große Verbraucher in der Zeit zwischen 10 und 16 Uhr zu nutzen, bringt den größten Spareffekt.

Die entscheidende Frage: Braucht es noch Energiegemeinschaften?


Gerade weil SNAP nur einen Teil der Kosten betrifft, wird klar: Energiegemeinschaften bleiben wirtschaftlich extrem relevant und besonders attraktiv.


1. Vorteil: Voraussetzungen für SNAP-Tarif bereits erfüllt

Wer Mitglied in einer Energiegemeinschaft ist, hat die "15-Minuten-Werte" und den "Opt-In" im seinem Smart Meter Portal bereits aktiviert und braucht sich um nichts mehr zu kümmern.


2. Vorteil: Besserer Energiepreis - nicht nur Nebenkosten

Während SNAP nur die Netzentgelte reduziert, beeinflussen Energiegemeinschaften den eigentlichen Strompreis (kWh) - oft mit günstigeren kWh-Preisen und direkter Einsparung beim grössten Kostenblock.


3. Vorteil: Netzkostenersparnis - ganzjährig und teilweise sogar höher!

Energiegemeinschaften bringen ebenfalls reduzierte Netzentgelte (bei lokalen und regionalen EEGs sogar höher als mit dem SNAP - 28% bei regionalen EEGs und 57% bei lokalen EEGs) - aber nicht nur im Sommer, sondern das ganze Jahr über. Du bekommst also einen ähnlichen Effekt wie beim SNAP - nur dauerhaft.


Auch Mitglieder von Bürgerenergiegemeinschaften profitieren vom SNAP-Tarif und den reduzierten Netzentgelten zwischen 10 und 16 Uhr (April - September)


4. Vorteil: Weniger Steuern & Abgaben

In Energiegemeinschaften können zusätzliche Abgaben reduziert sein - das führt zu geringeren Gesamtkosten, nicht nur punktuellen Einsparungen.


5. Vorteil: Planbarkeit statt Saisonalität

SNAP ist saisonal (April-September) und begrenzt in der Wirkung. Energiegemeinschaften sind langfristig angelegt - mit stabilen, planbaren Preisen. Gerade im Winter, wenn der Verbrauch steigt, macht das einen grossen Unterschied.


6. Vorteil: Regionale Energie statt Marktlogik

Strom wird regional erzeugt und innerhalb der Gemeinschaft genutzt - das bringt

  • mehr Unabhängigkeit vom Markt

  • mehr Transparenz

  • echte regionale Wertschöpfung.


Fazit: SNAP reduziert Kosten - Energiegemeinschaften verändern das System


Der SNAP-Tarif ist eine temporäre Entlastung bei Netzentgelten (und nur für bestimmte Gruppen). Energiegemeinschaften sind eine dauerhafte Lösung für günstigeren und stabileren Strom.

Kurz gesagt: SNAP = kurzfristiger Bonus, Energiegemeinschaft = langfristige Strategie.


Vergleich von SNAP-Tarif und Energiegemeinschaft mit Vor- und Nachteilen in Blau und Grün, fokussiert auf Ersparnisse und Effektivität.

Unser Tipp

Die beste Lösung ist kein Entweder-Oder: SNAP mitnehmen - aber auf Energiegemeinschaft setzen! Du profitierst kurzfristig von niedrigeren Netzentgelten und langfristig von besseren Gesamtstromkosten.

 
 
 
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